Inlandsadoptionen in der Schweiz: Was gilt als Kindeswohl?
Shownotes
Auf dem Tisch im Podcast-Studio liegt ein Buch über Adoptionen in der Schweiz. Auf dem Cover: ein Schwarz-Weiss-Foto mit drei Pflegerinnen, die je ein Kleinkind im Arm halten. Die Szene wirkt ruhig, fast zufrieden. Doch der Titel des Buchs stellt eine unbequeme Frage: «Ungewollt?»
In dieser Episode spricht Host Regula Freuler mit der Sozial- und Wirtschaftshistorikerin Susanne Businger über ein Kapitel Schweizer Geschichte, das bislang kaum erforscht wurde: Inlandsadoptionen in der Schweiz zwischen 1920 und 2017.
Warum wurden Kinder zur Adoption freigegeben? Welche Rolle spielten Vormundschaftsbehörden, Vermittlungsstellen, Rechtsgrundlagen und gesellschaftliche Normvorstellungen? Und warum wurden vor allem Kinder unverheirateter Mütter adoptiert?
Im Gespräch geht es um Kindeswohl im historischen Wandel, um das Adoptionsgeheimnis, um Druck auf leibliche Mütter durch Behörden und um die Frage, was Herkunft und Identität für adoptierte Menschen bedeuten. Susanne Businger zeigt, wie eng Adoptionen mit den damaligen Vorstellungen von Familie, Mutterschaft und Moral verbunden waren – und weshalb die historische Aufarbeitung auch für die Soziale Arbeit heute wichtig ist.
Allerlei Wissenswertes, das in dieser Episode erwähnt wird:
- Aufzählungs-TextBusinger, S., Gabriel, T., Keller, S., Seiterle, N., Seitz, A. & Fritz, L. (2025): Ungewollt? Inlandsadoptionen in der Schweiz, 1920–2017. Zürich: Chronos Verlag. Kostenlos als E-Book verfügbar.
- Forschungsprojekt «Inlandsadoptionen in der Schweiz» der ZHAW Soziale Arbeit und PACH Pflege- und Adoptivkinder Schweiz, gefördert im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms NFP 76 «Fürsorge und Zwang».
- PACH Pflege- und Adoptivkinder Schweiz: Fach- und Beratungsstelle für Pflege-, Adoptiv- und Herkunftsfamilien sowie Betroffene.
- Hess, E. (1972). Peter und Susi finden eine Familie. Die Geschichte zweier Adoptivkinder. Zürich: Ex Libris.
Produktion:
- Gästin: Susanne Businger, Dozentin und Forscherin, ZHAW Soziale Arbeit
- Host: Regula Freuler, Leitung Kommunikation und Marketing, ZHAW Soziale Arbeit
- Aufzeichnung/Schnitt: Menno Labruyère, Digital Campus, ZHAW Soziale Arbeit
- Mastering: Lukas Fretz, Soundguy Basel
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Merci und viel Spass beim Hören.
Transkript anzeigen
00:00:00: Vor mir liegt ein Buch über Adoptionen in der Schweiz.
00:00:03: Auf dem Buchcover sieht man eine Schwarz-Weiß-Photie.
00:00:07: Darauf sind drei Frauen in Pflegerinnenkleider und sie haben jedes Kind, das kleine Kind im Arm.
00:00:14: Die sehen alle ganz zufrieden aus!
00:00:17: Mir gegenüber sitzt eine von den Co-Autorinnen des Buchs, Susanne.
00:00:22: Warum haben wir dieses Buch ungewollt mit Fragenzeichen genannt?
00:00:28: Wir haben uns für den Titel Ungewalt entschieden, weil Formandschaftsbehörde und auch Vermittlungsstellen häufig gesagt haben, dass die Kinder nicht gewollt sind oder die Eltern nicht wöhnend für die Kinder sorgen.
00:00:38: Es gab aber natürlich sehr viel Zwangsmonenten und schwierige Situationen und darum auch Ungewald mit
00:00:43: Fragen zu zeichnen.
00:00:45: Sozial – ein Podcast der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaftler zum Nachdenken und Handeln in sozialer Arbeit.
00:00:57: In diesem Episode von unserem Podcast Sozial geht es um ein Kapitel der Schweizer Geschichte, die bis jetzt kaum erforscht war.
00:01:03: Nämlich um Inlandsadoptionen im zwentigsten und einen zwanzigsten Jahrhundert in der Schweiz.
00:01:08: Mein Name ist Regula Freuler.
00:01:10: Herzlich willkommen, Susanne!
00:01:11: Schön, dass du da bist.
00:01:12: Herzlichen
00:01:13: Dank, Regula.
00:01:13: Ich freue mich sehr, dass ich heute hier
00:01:16: sein darf.
00:01:26: Ja, was hat sie alles geforscht?
00:01:28: Sie hat unter anderem zu Heimplatzierungen, zu Fürsorgerischen Zwangsmassnahmen geforst.
00:01:33: Und sie gehört zum Team des in der Zwischenzeit abgeschlossenen vierjährigen Forschungsprojekts Inlandsadoptionen in der Schweiz und die Ergebnisse von diesem Forschungs-Projekt liegen jetzt in Buchform vor.
00:01:45: Das ist das Buch, den ich vorbeschrieben habe.
00:01:47: Bei dem werden wir heute reden!
00:01:49: Ja, erzähl doch mal von eurem Forschungsprojekt.
00:01:52: Welche Fragen sind denn nachgegangen und wie ist dabei vorgegangen?
00:01:56: Also die Ausgangslage war ein bisschen gewesen.
00:01:57: Du hast schon kurz erwähnt, dass Inland das Adoptionen der Schweiz eigentlich noch nicht gross erforscht sind.
00:02:03: Das ist insofern erstaunlich, dass es ja sehr einen massiven Egriff ist in eine Familie, weil wir diese Form von Verämpelplatzierung nicht rückgängig machen können.
00:02:13: Darum haben wir entschieden, das Forschungsprojekt aufzuleisen.
00:02:17: Und uns haben verschiedene Fragen interessiert.
00:02:20: Wir haben den Zeitraum von zwanzig bis zwei tausend siebzehnt angeschaut und uns interessiert, was in der Veränderung im Zeitraum war und was in Kontinuitäten oder Adoptionspraxis waren – also von den Vermittlungsstellen und Behörden.
00:02:34: Uns hat aber auch interessiert was für die betroffenen Adoptionen bedeutet.
00:02:38: Also einerseits für ihre lieblichen Eltern.
00:02:40: Aber auch für die Adoptivkind.
00:02:42: Und was hat das auch für den weiteren Lebensweg zum Beispiel bedeutet?
00:02:45: Dann haben wir uns zum Dritten interessiert, welche Einflüsse es war z.B.
00:02:49: vor Rechtsordnung und rechtlichen Entwicklungen vom Handeln der Behörden und dann natürlich wiederum auf die betroffenen Menschen.
00:02:56: Du hast jetzt gesagt, eben der Zeitraum.
00:02:58: Ihr habt Akten durchforscht, ihr habt mit Betroffenen geredet.
00:03:03: Von wie vielen Menschen reden wir eigentlich in der Schweiz?
00:03:06: Also wie viele Menschen, die heute noch leben sind adoptiert worden?
00:03:10: Ich meine jetzt die Inlandsadoption, also solche, die in der Schweiz geboren sind.
00:03:15: Aktuell hat man von ca.
00:03:16: Zehntausend Menschen adoptiert worden.
00:03:20: Bei den Inlandadoptionen war es so, dass es einen Höhepunkt in den Jahr fünftig, sechzigere und siebenziger Jahre war.
00:03:26: Das sind teilweise auch über zweihundert Menschen adoptierte im Jahr.
00:03:31: Und das hat dann sukzessive abgenommen ab Ende des siebzehnten Jahres.
00:03:35: Genau.
00:03:36: Also durchaus viel Betroffene auch in der Schweizer.
00:03:40: Adoption ist also ein Bereich aus einem klassischen Spannungsfeld der sozialen Arbeit, nämlich zwischen Fürsorge und Zwang.
00:03:49: Da gibt es ganz viele Bereiche.
00:03:51: Fürsorg & Zwang heisst ja auch den Titel des nationalen Forschungsprogramms vom Schweizerische Nationalfonds, das euer Projekt finanziert hat.
00:03:59: Besonders interessant finde ich in diesem Zusammenhang, wenn man zwischen Fürssorg- und Zwang nachher denken.
00:04:06: zu den Begriffen des Kindeswohls, das liest man oft, wenn man ein Buch liest von euch und über diesen Geschichten nachgeht.
00:04:15: Eigentlich haben alle immer gesagt, wir wollen das, was gut ist für das Kind.
00:04:19: Das ist oft in den Akten vorgekommen oder in die Notizen, Gesprächsnotizen usw.. Und was gut fürs Kind hat sich, wenn er jetzt das anschaut im Laufe des zwentigsten Jahrhunderts stark geändert, also die Vorstellungen von was gut ist.
00:04:34: Wie lässt sich jetzt an der Geschichte der Inlandsadoptionen zeigen, dass Vorstellungsvorschläge von Kindern, die historisch wandelbar sind?
00:04:42: Ja, das ist korrekt.
00:04:43: Also der Kindeswohlbegriff wurde verwendet.
00:04:46: Die Adoptionsrechtsrevision in dem Kinderwohl begründet wurde, dass man gesagt hat, das Kind wird in die Adoptionfamilie vollständig integriert.
00:04:56: Es gibt keinen Kontakt mehr zu den Lieblichen älteren, z.B.
00:05:00: auch kein Besuchsrecht wie das Vor- oder Fall war und es diente wohl vom Kind, dass es aber vollständiger integrierte.
00:05:07: Heute weiss man, dass die ganze Herkunft sehr wichtig ist.
00:05:11: Man weiss auch, wo man die Wurzeln künft.
00:05:15: Wenn man nicht adaptiert ist, schaut es selbstverständlich an.
00:05:18: Man weiß, das sind Eltern und Grosseltern.
00:05:20: Wir wissen, wo wir herkommen.
00:05:22: Es ist auch sehr wichtig, dass man das weiss für den weiteren Lebensweg.
00:05:26: Es war nur ein Adoptionsgeheimnis zur Süttergesicht im Wohl des Kindes.
00:05:31: Was man aber auch in der Akte sieht, ist, dass er häufig mit dem Kindeswohl kommentiert hat, um etwas Druck auszuüben ... auf die lieblichen Eltern und vor allem auf die Liebliche Mütter.
00:05:40: Man hat gesagt, hier bist du in einer schwierigen Situation finanziell in der schwierigen Situation.
00:05:46: Es ist kein Vater-Uma, also nicht für Hirate.
00:05:49: Das war in den Fällen von acht Prozent so, dass es um unverratete Müttern ging.
00:05:55: Und das ist doch am besten Sinn des Kindes, Adoptivfamilie kann aufwachsen, die vielleicht aus der Mittelschicht kommt.
00:06:01: Da ist Vater und Mutter oben mit einem schönen Ein-Familienhaus etc.
00:06:05: Das waren damalige Normvorstellungen.
00:06:07: Die haben gross Einfluss genommen.
00:06:09: Und das wurde argumentiert.
00:06:11: Das dient ja am Wohl vom Kind.
00:06:14: Aus heutiger Sicht sind die Kriterien, die wir heute als Kindeswohl setzen.
00:06:18: Wo so eine Intrigität geht, um den Kindern zu wählen, dass ein Kind geschützt wird und sich gut aufwächst.
00:06:25: Das ist aber nicht wirklich geprüft worden.
00:06:28: So ist eine solche Konstellation.
00:06:30: Es wurde oft gebraucht, aber es waren keine Kriterien geleitet oder dass man das Umfeld wirklich prüft hat, sondern man argumentierte halt mehr aus den Normvorstellungen.
00:06:40: Ich würde gerne ein bisschen ins Detail gehen, weil man vielleicht rechtliche Vorgaben und Praxis miteinander vergleichen könnte.
00:06:46: Gerade was Kindeswohl angeht.
00:06:49: Es gibt ja in den Nullerjahren des zwanzigsten Jahrhunderts das Adoptionsgesetz genau in Kraft retten.
00:06:57: Dann die erwähnt in den neunzehne siebenziger Jahren Revision.
00:07:00: Und die letzte Revision ist im Jahr zwei tausend achtzehn Kraftrette.
00:07:04: Kannst du mal vielleicht genau am Hand von einem Beispiel vom Kindeswohl?
00:07:09: die drei grossen Änderungen im Gesetz kurz erlüttern, was sie vorgegeben und herausgefunden haben, wie der Begriff oder die Vorstellung des Kindeswohl in der Praxis gemäß dem Gesetzentwurf umgesetzt wurde.
00:07:23: Ja, also mit der Einführung von dem Schweizerischen Zivilgesetzbuch.
00:07:27: Da ist sozusagen die Eifach-Adoption.
00:07:29: Nicht zu den Sieben
00:07:29: wäre das gewesen?
00:07:30: Genau nicht zu zwölf eingeführt, genau nicht in die siebte Revision.
00:07:34: Also dann eingesetzt... da ist sozusagen diese Eifache oder eine schwache Adoption, hat man das genannt, hat Gulten, dort hat es verschiedene Adoptionsvoraussetzungen gegeben, was Alter der Ältere geht, dass er jetzt etwa so vierzehn Jahre alt sei für heiraten und einfach und schwache Adaptionen.
00:07:50: deswegen, weil wir noch nie komplett unterbunden hat, beziehungsweise zu den lieblichen Eltern.
00:07:58: Es gab zum Beispiel ein Besuchsrecht, es gab auch Unterstützungspflicht und gewisse Erdvoraussetzungen.
00:08:04: Das war eigentlich noch nicht die Idee, dass man das komplett kattet.
00:08:07: Und zumindest vom Recht können wir vielleicht nachher noch darauf sprechen, dass natürlich in der Praxis eben anders gewesen ist.
00:08:13: aber zumindest von der Rechtsgrundlage wäre der Kontakt ums Besucherecht möglich gewesen.
00:08:20: Dann gab es einen Debatten, wo man gesagt hat, das dient nicht am Kindeswohl.
00:08:26: Wir haben auch das Kind in einer Zwitterstellung zwischen den lieblichen Eltern und Adoptive-Eltern.
00:08:33: Es diente dem Kindeswohl, wenn es vollständig integriert wird in die Adoptivfamilie.
00:08:40: Insofern wurde eigentlich der Kontakt unterbunden.
00:08:43: Vorher war natürlich auch schon eine Adoption.
00:08:45: Genau!
00:08:46: Und dann führte er Adoptionskeime ein.
00:08:49: Das war damit verwundet, dass man neue Namen gegeben hat.
00:08:53: Dass auch die lieblichen Eltern nicht wissen, wo das Kind sind.
00:08:57: Die Kinder wurden häufig ausserkantanal platziert und haben geguckt, es sei nicht gerade im Wohnort, dass sie zufällig in einem Laden sich über den Weg laufen können.
00:09:07: Sie bekam keine neuen Namen.
00:09:08: und das Adoptionsgeheimnis hat dann mit dem Kindeswohl ... Wie gründet
00:09:14: das?
00:09:14: Das war dann in den neunzehnten Sebenzigerjahren.
00:09:16: Genau, das ist die Neunzehn-Zwei-Sebziger-Revision.
00:09:19: Wir haben aber auch noch andere Sachen eingeführt, die sozusagen eigentlich einen Wohl der lieblichen Eltern dienten.
00:09:24: Es ist vielleicht auch noch wichtig zu erwähnen also mit Schutzfristen eingeführen, dass wir nach dem Geburt während sechs Wochen nicht eine Zustimmungserklärung unterschreiben können und dass man verzichtet aufs Kind.
00:09:36: Und dann, wenn man es unterschiebt nach den sechs Wochen nochmal eine Frischt von sechs Wochen, die man wiederrufen kann.
00:09:41: Aber auch da, wenn wir auf Praxis gehen, ist das so zu sagen häufig in einem Graubereich unterlaufen worden.
00:09:49: Zumindest der Gesetzgebung wurde gesehen, dass man in einer Revolution nach der Geburt ist.
00:09:56: Genau!
00:09:58: Die letzte Adoptionsrechts-Revision Hier hat sich die Vorstellung geändert, natürlich auch untereinander.
00:10:04: Vielleicht nur durch Forschung oder natürlich auch durch adoptierte Menschen, dass man weiss, woher man herkommt – also sehr viele sind ja auf Herkunftszuchungen gegangen -, dass es sehr relevant ist und darum hat man das Adoptionsgeheimnis in diesem Aufkommen.
00:10:20: Es gibt auch offene Adoptionen.
00:10:22: Wichtig ist auch, dass adoptierte Kinder wirklich das Recht haben, die Herkünfte zu erfahren.
00:10:31: Genau, also wir könnten zu jeder Revision wahrscheinlich noch viele andere Sachen sagen.
00:10:35: Aber im Blick auf das Kindeswohl würde ich sagen, dass die drei Grosse in dem Sinne Sessuren, was auch noch sehr relevant ist – es hat zwar jetzt nichts mit der Adoptionsrechtsrevision zu tun, aber eben auch mit dem Kindeswohl – ist die sogenannte uneheliche Kinder, wie sie bezeichnet worden sind, gleichgestellt wurden sie mit ehelichen Kindern.
00:10:55: Das ist auch etwas ganz zentrales für das Thema Adoptionen, weil damit die Stigmatisierung von unverheirateter Mütter abgenommen hat.
00:11:05: Und das hat definitiv einen Einfluss auf die ganze Adoptionsgeschichte.
00:11:08: Jetzt kommen wir zu viel Fragen in Siem.
00:11:11: zu dem, was du gesagt hast – ich gehe mal den Reihen an.
00:11:14: Du hast den Graubereich zwischen Recht und Praxis angesprochen.
00:11:21: Kannst du etwas mehr dazu sagen?
00:11:23: Ja, also es hat verschiedene Sachen aufzuzeigen.
00:11:27: Zum Beispiel eine, die ich gesagt habe, dass auf der rechtlichen Ebene das Adoptions-Geheimnis dann in den GiF wurde gefordert.
00:11:36: Wir sehen aber in den Akten, dass wir schon vorher, schon vor der Revision eigentlich Kontakt unterbunden haben und zwar wenn man diese Verzichterklärung vorgelegt hat.
00:11:47: In diesen Verzichtserklärungen steht Verzicht auf das Besuchsrecht und nicht nachforschen, wo mein Kind ist oder teilweise auch ich willige.
00:11:56: Dass mein Kind ein anderer Name überkommt
00:11:57: etc.,
00:11:58: d.h.
00:11:59: bevor es rechtlich überhaupt vorgesehen war, hat er das eigentlich schon in der Praxis eingeführt gehabt.
00:12:05: Ich kann mir sagen, dass es eine Zäsur ist aber halt dann eben nicht so eine starke Zäsour, weil man das vorher gemacht hatte.
00:12:13: Was für etwas zu tun?
00:12:14: Warum wurde dies eigentlich schon so in der praxis gemacht?
00:12:20: Nein, von der Akte kann ich es nicht sagen.
00:12:21: Aber ich denke auch damit zu tun, dass das für die Vermittlungsstellen und auch für die Behörden einfach einfacher war.
00:12:29: Gebbiger?
00:12:30: Ja, gebbiger war schlussendlich oder sie mussten dann kommentieren.
00:12:35: Es gab den Kontakt natürlich auch in der Adoptive-Eltere, in der es häufig auch in diesem Sinn begrüßt.
00:12:41: Was man damals gemacht hat, hat man Fötterchen gegeben, also dass man irgendwie Föttern geschickt hat.
00:12:46: Ich glaube, die Interesse zum Wichtekontakt aufrecht erhalten ist nicht da.
00:12:50: Dann hat man das ... Ja!
00:12:52: Ich sage jetzt mal in einem Graubereich, weil es möglich wäre, aber natürlich haben sie unterzeichnet und auch in einer hoch vulnerablen Situation.
00:13:00: Darum schon unter Zwang an seiner schwierigen Situation, aber jetzt eben im Graubbereich.
00:13:06: Wir konnten nachzeichen, dass Sie tatsächlich in einer vulnerabler Situation waren.
00:13:11: Sie waren in prekären Situationen oft gewesen Beleg gefunden, dass Druck mehr oder weniger von verschiedenen Stellen zum Teil auf die Frauen und jungen Frauen mir heitlich ausgeübt wurde?
00:13:25: Genau.
00:13:27: Also da gibt es auch verschiedene Beispiele.
00:13:30: Zum Beispiel nach der Geburt.
00:13:31: Es war häufig so, dass das Kind direkt weg geworden ist.
00:13:35: Dass sie eigentlich die Frau als Kind gar nicht gesehen haben.
00:13:38: Sogar was es teilweise auch war, ist nicht immer.
00:13:40: Aber wir haben das wirklich gehört als Spitzballbett gegangen sind.
00:13:44: Mein Kind wurde weg und wir haben direkt die Verzichtserklärung vorgelegt genau.
00:13:49: Und das ist auch gemacht worden.
00:13:50: Das ist noch ein wichtiger Punkt, habe ich vorher vergessen.
00:13:52: Als die Schutzfrist eingeführt wurde mit den sechs Wochen.
00:13:56: Dort hat Barbara in so einem Graubereich ausgenutzt und zwar hat man sogenannte vorzeitige Erklärungen eingeführt wo rechtlich noch keine Bindchen waren also insofern rechtlich schon Anführungsschlusssachen korrekt.
00:14:08: Aber dort haben sie eigentlich auch alles schon verzichtet.
00:14:11: und wenn man natürlich schon etwas unterschrieben hat, auch wenn es rechtlich noch nicht bindend ist... ...ist natürlich der Schritt zu sagen hey du hast das ja schon mal unterschrieb und auf das Kind verzichtet.
00:14:19: Jetzt kommt halt die Definitiverklärung und dann hat Prenge das Gleiche übernommen in der Weniger.
00:14:24: Jetzt musst du halt nochmal unterschreiben.
00:14:26: Ist natürlich einfach zu widerstehen, wenn man das schon mal unterschrieben hat und der Druck die ganze Zeit hier ist.
00:14:33: Und dann haben wir argumentiert mit dem Kindeswohnen gesagt, hey du hast eine schwierige Situation es ist ja finanziell schwierig und wie stellst du dir das vor?
00:14:39: Also teilweise sind auch moralisierende Begründungen gekommen.
00:14:42: Mit einem Kind unführerratet, du wirst nie wieder heiraten können, wenn du so ein sogenannt uneiliges Kind hast.
00:14:49: Ja, dann ist natürlich eigentlich immer diese eng gültige Erklärung dann auch unterzeichend worden.
00:14:54: Das ist also ein weiteres Beispiel, wo man es einfach gerade in den
00:14:58: Sinn kommt.
00:14:59: Ein Thema, das auch eine grosse Schwierigkeit war für adoptierte Menschen.
00:15:04: Ich sage jetzt mal so viel Player in diesem ganzen Prozess involviert sind.
00:15:08: Es gibt im Buch ein Beispiel aus den Akten, glaube ich.
00:15:11: Jetzt bin ich gar nicht mehr sicher.
00:15:12: Und es gibt im Bücher ein Beispiel von einer Frau ...
00:15:16: dass
00:15:17: das Kind gerade weggenommen wurde.
00:15:19: Sie hat gebärbt, es war ein Kaiserschnick, narkotisiert und ist bewachert.
00:15:25: Das Baby war weg und man sagte ihr im Spital, sie darf das Kind nicht sehen.
00:15:29: Sie hatte sich dann an die Sozialarbeiterin ... Ich glaube, sie war in den Sechzigerjahren, wenn sie richtig im Kopf ... Sie hat sich an die Social-Arbeiterin gewendet und hat sich für sie eingesetzt und gesagt, sie dürfen nicht einfach das Kinderwege nehmen.
00:15:41: und hätten das erwirken können.
00:15:42: Das heisst, wir haben eine Sozialarbeiterin.
00:15:44: Wir haben die Pflegende im Spital.
00:15:45: Man hat Behörden, man hat hintendra adoptionswillige Eltern.
00:15:50: Wer habe ich noch vergessen?
00:15:51: Oder noch ... Vermittlungsstellen, Private ... Ihr zeigst auch, dass es auch eine Schwierigkeit war oder dass so viele Drei geredet haben sozusagen.
00:16:02: Ja, es war sehr involviert.
00:16:04: Es gab auch Hebamme, die noch involvierbar waren, medizinisches Personal und spezielle Geschichten, wo man fast heimlich als Spitalbett ist oder heimlos geboren hat ausserhalb.
00:16:18: Die Schwierigkeiten sind aus heutiger Sicht, vielleicht auch aus damaliger Sicht sind also Doppelfunktionen, die regelmässig waren.
00:16:26: Teilweise haben das Vermittlerinnen auch Formatschaft übernommen für ein Kind beispielsweise.
00:16:31: Ja, es war ein sehr langjähriger Zusammenarbeit in der Serie gespielt.
00:16:35: Natürlich kann man auch sagen, dass wir positiv vor den Wirtschaftsbehörden und die Vermittlungsstellen gewohnt haben.
00:16:40: Aber auch, dass es wie wenig Gesicht von außen geht, also wenige unterschiedliche Sichtweisen, die auch einbezogen worden sind oder natürlich die ganze Aufsicht angeht.
00:16:49: Also wenn die gleiche Instanz entscheidet – das ist teilweise auch kontinuall so gewesen als im Kanton Zürich zum Beispiel, wenn er entschieden hat ... Es gibt eine Adoption.
00:16:58: Eine Trikoursinstanz ist die gleiche Instanz.
00:17:01: Einfach so Sachen, was wir gesagt haben, dass es zu wenig Aufsicht war, Doppelfunktionen auch sehr viel macht schon bald bei den Formatschaftsbehörden.
00:17:10: Du hast das Wort heimlich verwendet.
00:17:14: Das ist etwas, was ihr im Buch finde ich sehr eindrücklich zu zeigen also wieviel Sprachlosigkeit im Zusammenhang mit der Adoptionen herrscht.
00:17:23: In den Neunzen-Siebenziger und neunzigzeigere Jahre ... Er hat die Meinung vorgestellt, dass die sogenannte Incognito-Adoption am besten für das Kindeswohl ist.
00:17:31: Das heisst also, dass man einem adoptiven Kind am besten verschwiegen hat und es adoptiert wurde.
00:17:37: Es gab auch bei denjenigen, die ihr mitgegeben haben, dass sie betroffen wurden.
00:17:40: Sie haben auch welche gegeben, die gesagt haben, sie haben sich überhaupt nicht getraut zu fragen.
00:17:44: Also sie wussten zwar, dass Sie adoptiert worden sind aber sie hätten sich gar nicht getragen zu fragen warum?
00:17:50: Und auch Adoptiefeltern, die eigentlich gar nicht wollten über ... über den Adoptionsfakt hinaus darüber zu reden.
00:17:57: Woher kommt die Tabuisierung bis so viele Aspekte rund um die Adoption?
00:18:02: Ja, das ist eine gute Frage.
00:18:03: Das ist wirklich eine gute Sache!
00:18:05: Ich glaube es würde wahrscheinlich nicht sagen, dass ich verschiedene Gründe habe.
00:18:09: Einerseits waren diese Unführerata der Mütteren stigmatisiert.
00:18:13: Das heisst auch uneheliche Mutterschaft von den meisten sozusagen... In dem Kontext der Adoption, also wir haben ihn in den Nachtsprozenten.
00:18:25: In den Fünfzigundsechzeigjahren habe ich noch etwas zurückgeholt, die Frauen z.B.
00:18:28: auch Unsittlichkeit unterstellt.
00:18:31: Man hat das als Normabweichung der bürgerlichen Idealfamilie gesehen, dass man Unföhrerata des Kindes bekommt.
00:18:37: Es war darum auch mit Schambihaften, teilweise auch vom sozialen Umsatz insgesamt gesellschaftlich, dass es einfach nicht vorgesehen ist – wir haben ja noch ein Konkriminat verbotzt zum Beispiel – und Das ganze Gesellschaftliche, das ist natürlich nicht nur jemand der Behörde.
00:18:53: Es war auch gesellschaftlich eine kleine Normvorstellung dazu geführt, dass die lieblichen Eltern zum Beispiel oder v.a.
00:19:03: Mütteren z.B.
00:19:05: teilweise mit Schambehaftung waren oder man das versteckt hat und das Umfeld gesagt hat ... Man versteckte die Schwangerschaft, gebärte sie heimlich und dann war man in einer anderen Kantone oder in einer Gäntekantone.
00:19:17: Was noch nie erforscht ist, dass man teilweise auch ins Ausland ist – was man weiss aber jetzt noch nicht so weit geforscht hat.
00:19:23: Dann war man wie weg vom Wohnort und hat das Kind aus Ausschluss der Öffentlichkeit geboren.
00:19:29: Natürlich wurde die Scham aber auch verstärkt durchs behördliche Handeln.
00:19:33: Es führte natürlich auch dazu, Die betroffenen wir selbst, die Bildern auf sich übertreten.
00:19:41: Ich finde es trotzdem eine komplexe Frage.
00:19:43: Wir wissen auch, dass Adoptiveeltern schon ab einem gewissen Alter das gesagt haben, also Adoptivaufklärung gemacht hat mit dem Kinderbuch zum Beispiel, aber dass es gleichzeitig in der Betreuung ein Tabu war.
00:19:57: Sie wussten ja vorhin.
00:20:00: Aber wir hatten nicht wirklich drüber geredet.
00:20:02: Was waren die Umstände?
00:20:03: Wieso war das so?
00:20:05: Wir sind die lieblichen Älteren.
00:20:06: Das war wie eine Weggeschlossung.
00:20:09: In einem Fall lag uns in einer Tresor die Adoption und geladen weggeschossen, genau!
00:20:14: Und wir wussten es nicht so, aber wir haben nicht drüber gesprochen.
00:20:17: Es gibt ja auch nur kurz, wenn Sie inklusieren bewegende Dokfilm von SRF über ein ... Ein Ort, in dem die Gebähren ganz weit irgendwo im Jura sehr weit abkommen können.
00:20:34: Das ist ein Sinn, das haben wir im Vorgespräch auf der Podcast darüber geredet.
00:20:39: Es wurde uneilig oder nicht eilig?
00:20:43: Vielleicht sagst du noch etwas kurz dazu.
00:20:45: Genau, es war damals ein Rechtsbegriff, dass man die Kinder als uneiliger bezeichnet hat, aber auch mit Stigmatisierung.
00:20:55: behaftet war, also die unverhearteten Mütteren oder die ledige Mutterschaft ist sehr stigmatisiert und teilweise verwende ich diese Begriffe jetzt vielleicht trotzdem.
00:21:04: Es ist halt ein rechtes Begriff, macht es einfach darüber zu reden aber schon im Wissen dass das eben in der damaligen Sicht wie es gewesen ist sozusagen auf die Ledigemutterschaft, was halt genau stigmatisiert war.
00:21:15: Das Buch, das du vorher erwähnt hast, das Kinderbuch, den man quasi gebraucht hat um seine Kinder zu erklären was Adoption ist, das habe auch hier das Lied auf dem Tisch Schlatt einem förmlichen Siebenzigerjahr entgegen.
00:21:31: Auf dem Buchdeckel sieht man einen Mann und eine Frau, einen Hund und zwei Kinder.
00:21:37: Eines Kind ist im Weggelie und der Bub läuft und hinten dran ist eine richtig schöne idyllische Postkarte-Landschaft von der Schweiz.
00:21:45: Man sieht Bergen und Häuschen und das ist alles in Ordnung hier.
00:21:49: Ich habe es dann gelesen.
00:21:51: Das sieht man auf den ersten Blick.
00:21:54: Das bürgliche Idealbild der Kernfamilie, das man darauf sieht.
00:21:58: Das Bild von der Adoptiv-Familien wird als neue KernfAMilie vermittelt und ein Wort, das ganz oft in diesem Buch verwenden wird, ist richtig.
00:22:09: Die Kinder kommen zu einer richtigen Familie.
00:22:15: Welchen Einfluss hat die Vorstellung einer richtiger Inanführungsschlusszeichenfamile auf die Adoptionspraxis gehabt?
00:22:23: Ja, ich würde sagen sehr grossen Einfluss.
00:22:26: Wir haben im Rechtsdiskurs oder auch sonst im Diskurs eigentlich davon geredet, dass eine Elternfamilie defizitär sind.
00:22:33: Dass ein Mutter nicht allein für das Kind sorgen kann und nicht alleine als Kinder erzielen, damit es Vater und Mutter brauchen.
00:22:39: Und die Idealfamilien ist so wie du es jetzt beschrieben hast von dieser Adoption.
00:22:44: Die Familie, die verheiratet sind und den Vater oder das Erwerb zu kommen einbringen.
00:22:49: Mittelschicht, vielleicht die Mutter sorgt für sein Kind.
00:22:52: Man geht spazieren mit dem Kinderwagen jeden Hund.
00:22:55: Also so etwas, einfach diese Idealforstellung, die man hatte.
00:22:58: Und die war sicher sehr wirksam.
00:23:00: Genau, um dieses Buch etwa auch gebraucht, eine solche Aufklärung zu machen, damit das Kind adaptiert ist.
00:23:05: Ja.
00:23:06: Besonderes Gefallen?
00:23:07: Natürlich ironisch gemeint ist das Bild, das man sieht am Abend ... Der Vater ist heid und zieht die Gläser pfeift, sie ist flüssig und macht eine Hausarbeit.
00:23:17: Die Rolle zur Wiesung ist sehr klar.
00:23:21: Ein Fall dort, wo auch als nicht richtig benannt ist ... Älteren sind nicht verheiratet.
00:23:28: Allein schon das hat eine Adoptionsgrundzeit.
00:23:34: Man hat den Vater kennt er lieblich, man hat auch die Mutter kennt und so.
00:23:37: Einfach der Fakt, dass sie nicht verhöratet waren, hatte schon offenbaren Adoption.
00:23:41: Du hast das Konkubinerz-Verbot vorher erwähnt.
00:23:45: Das war ja kantonal geregelt, wenn es mir recht ist.
00:23:48: Kannst du sagen, bis wann ungefähr in den meisten Kantonen das Konkurbinanzverbot gefallen ist?
00:23:54: Das kann ich nicht sagen.
00:23:55: Ich dachte, die Frage kommt.
00:23:57: Jetzt kann ich nachschauen?
00:23:58: Nein!
00:23:59: Wir schreiben
00:24:00: es in den Show-Notes.
00:24:01: Ja, ich werde ... Da muss niemand gut gelassen.
00:24:02: An der Jacke fiel Spass in den Sechzigerjahren.
00:24:03: Aber ja, das wollte ich falsch sagen.
00:24:06: Genau.
00:24:06: Ich habe mir gerade vorher etwas in den Sinn gehabt und jetzt habe ich einfach eine Frage.
00:24:09: Also eigentlich war die Frage wirklich wegen dem Konkubinanzverbot.
00:24:12: Ich finde es interessant, dass dieses Buch in einer Zeit publiziert wird.
00:24:15: Es gab einen neuen Auflag nochmals im Eightyen oder Jahrzehnteil, wo die Normfamilie schon am aufbrechen war.
00:24:23: Ich würde sagen sicher nicht Überall in der Schweiz, aber in den Sechten hat man schon gekämmt.
00:24:28: Geschieden zu sein war nicht so stigmatisiert wie früher.
00:24:33: Alles war ähnlich gesellschaftlich im Aufbruch und trotzdem wird immer noch die Kernfamilie gefeiert in diesem Buch.
00:24:40: Und mich hat es einfach wundern genommen, wann sich das dann anfing... Änderen.
00:24:46: Jetzt weiss ich, was ich sagen will.
00:24:48: Genau!
00:24:48: Und zwar, weil du gesagt hast, Ada hat auch wenn wir nicht für Heuraten gewesen ist das ein Grund war, dass es so eine Adoption gegeben hat.
00:24:55: Das war bis zur Adoptionsrechtsrevision sogar ein Stück weit rechtlich etwas so, denn es hatte sozusagen bis zu den neunzehnten siebentzten Kinder, also sogenanntes unjährliches Kind einen Beistand bekommen und in der Regel ging das dann in eine Vormonschaft über.
00:25:10: Eine Verzichterklärung mussten wir nur einholen, bis zu den Mötterinnen in die Gewalt.
00:25:17: Bei der Vormonschaft war das nicht der Fall,
00:25:19: d.h.,
00:25:19: wir mussten keine Verzichtigklarungen erholen.
00:25:21: Das war natürlich auch ein Grund dafür, dass es so viele Adoptionen gibt.
00:25:25: In diesem Sinne kann man durchaus sagen, es ist nicht einmal eine Zuspitzung, wenn man nicht befreuradet war und nur durch die Beistandschaft von eingerichtet wurde.
00:25:35: immer zu einer Vormonschaft wurde.
00:25:37: Dazu führte, dass sehr viele Kinder dann adaptiert wurden und man nicht einmal in einem Verzicht zur Karriere geholen hat.
00:25:42: Das ist im Jahr neunzehntrühesiebens genau.
00:25:44: Also da wollte man vielleicht auch die Leute unter Ehe zwingen?
00:25:48: Ja ich gebe mehr, es hat mit den damaligen Ohrenvorstellungen zusammengehängt, das man wie gesagt ja ... Es war eigentlich nicht vor, ledige Mutter schafft schon sämtlich Ja, dass man dann schon der Vormund halt entscheidet.
00:26:01: Bisschlandschaft wird zu einer Vormandschaft und die Vormonschaft entscheidet anstelle.
00:26:05: Und er macht was aus seiner Sicht mit dieser Normverstellung natürlich.
00:26:09: Das sind eigentlich Männer gesehen durchgehend, Juristen, ältere Herren.
00:26:14: Was aus seiner sich das Besten für das Kind ist?
00:26:16: Und das war in der damaligen Zeit so wie du gesagt hast.
00:26:19: Normfamilie, Vater, Mutter, viel heiratet.
00:26:22: Wirkliches Milieu-Mittelschichtshamilien
00:26:25: Wenn jetzt immer von Der Mütterengerät, der Stigmatisierung von den jungen Müttern und Ledigemüttern.
00:26:31: Es fällt auf, dass die lieblichen Väter weder in den Akten noch in der Praxis oder der Notiz der Praxise und auch eigentlich in den wenigsten Erinnerungsgeschichten überhaupt sichtbar sind.
00:26:43: Das gibt es irgendwie gar nicht.
00:26:45: wie er lässt sich die Lehrstelle erklären?
00:26:49: Ja das ist einerseits eben im Akten so.
00:26:51: Da kann es natürlich sein, dass Mütters teilweise auch die Vateren nicht aufgelegt haben dass auch häufig einfach Vater unbekannt steht.
00:27:00: Ich kann sicher damit zusammenhängen, dass mir der Mutter ... Wir haben eine wichtige Rolle im Zug gesprochen.
00:27:07: Was die Erziehung angeht, das vielleicht auch im Interesse derweils weniger gross war.
00:27:12: Wenn es nicht um die finanziellen Fragen geht, dann hat man schon recherchiert, wie stark wir mit dem nachgegangen sind.
00:27:18: Aber es steht in den Akten, dass die Väter häufig nicht herum.
00:27:22: Was es teilweise auch gegeben hat, sind jetzt wenige Fälle, aber ich wollte doch noch erwähnen, wenn z.B.
00:27:27: ein Mann verheiratet ist mit einer anderen Frau und dann sozusagen ... Affäre kommt.
00:27:35: Und für die Frau wurde es ein Chancen, dass der Druck von dem Vater gross war.
00:27:41: Es gab auch in den Akten, damit er mit zur Vermittlung gestellt ist.
00:27:44: Er hatte Interesse, dass das Kind nicht bekannt wird und adoptiert wird.
00:27:50: Am Anfang waren Fallzahlen in den vergangenen Jahrzehnten massiv gesunken.
00:27:56: In den letzten Jahren sind sie knapp.
00:27:59: Hundert Inlandsadoptionen waren.
00:28:02: Heute hat man so zehn bis zwanzig pro Jahr.
00:28:05: Ich glaube, die neuste Statistik war ich von zwanzivierundzwanzig.
00:28:08: Ich weiss jetzt nicht, was es für Zwanzig war.
00:28:10: Also das ist ein Rückgang von fast fünfeinunzehn Prozent.
00:28:14: Was sind bei diesen zehn bis zuzwanziger Fälle pro Jahr?
00:28:19: Was sind heute bewegte Gründe für liebliche Eltern ihre Kinder zur Adoption freizugeben?
00:28:26: Im Grunde sind wir wahrscheinlich vielfältig.
00:28:28: Ich muss dazu sagen, dass man auch gar nicht so viele Fehler angeguckt hat.
00:28:32: Darum kann ich hier jetzt nicht wirklich so fundiert wie in den anderen Fällen.
00:28:37: Wir haben insgesamt ... Ja, sechs unter die einundzwanzig acht angeschaut.
00:28:40: Das habe ich kurz gesagt!
00:28:42: Kann ich jetzt nicht so in dem Sinne von mir sagen hey das sind die wichtigsten Fehler oder das sind genaue Fälle?
00:28:47: Von außen sind verschiedene Gründe.
00:28:49: Man kann psychische Erklankungen sein, vielleicht auch wenn es um Sucht geht und dass das Kind in eine Pflegefamilie kommt.
00:28:55: Das ist sicher dann nicht die Adoption des Erstenes.
00:29:00: Es gibt wahrscheinlich verschiedene Konstellationen, aber ich könnte hier einfach zu wenig zahlen.
00:29:06: Das sind jetzt diese zwei, drei Gründe oder das sind die wichtigsten Gründe?
00:29:10: Was ist der
00:29:13: jüngste Fall, den ihr untersucht habt?
00:29:17: Wir haben in den neunzigern Jahren angeguckt.
00:29:19: Aber es sind einfach wenige Fälle, die wir im Vergleich angeschaut haben.
00:29:23: Es hat auch abgenommen, wie du gesagt hast, mit dem zusammen.
00:29:26: Und wir haben jetzt weniger Fälle angeloght.
00:29:29: Genau!
00:29:29: Da gibt es verschiedene Konstruationen, so wie das, was ich ansprach.
00:29:34: Kannst du etwas dazu sagen, wie die heutigen Adoptionspraxis aussieht?
00:29:39: Ja also im Grundsatz ... Was man sicher sagen kann, ist, dass Adapzonen stark abgenommen haben.
00:29:44: Du hast schon erwähnt und was natürlich ein wichtiges Feld ist – das gibt mir jetzt aber auch den Akt, es war ja auch schon vorgesehen – ist halt das ganze Thema Herkunft zu suchen oder?
00:29:52: Das ist sicher etwas, das eigentlich massiv zugenommen hat und eigentlich auch, dass sich neue Fragen stellen.
00:29:59: Also da weiss ich jetzt zu wenig wie stark das schon ... aufgenommen wird.
00:30:03: Aber ja, wenn es zum Beispiel am Samenspengodentum Herkunftsfragen gibt – also es gibt sicher wieso Felder, die sich jetzt wie neu auftüren und die Fragen, welche sich bei der Adoption gestellt haben in den neuen Feldern stellen – und sonst würde ich sagen ist sicher ein grosser Frage, dass die adaptierten Menschen ihre Herkünfte wissen wollen und auch unterstützt werden möchten in der Herkaufzucht und dass man da versucht, das zu unterstützen und herauszufinden.
00:30:25: was kann man überhaupt noch Ausfindung machen?
00:30:27: Wir
00:30:29: sind hier am Department für Soziale Arbeit.
00:30:32: Er hat eine historische Aufarbeitung gemacht.
00:30:34: Das ist natürlich etwas extrem wichtiges, das haben wir auch in anderen Fällen gesehen, also gerade wo eben die Zwang ausgeübt wurde, dann ist es ein Stigmatisierung.
00:30:44: Inwiefern ist jetzt die historische aufarbeitung von Bedeutung für Sozialarbeiten die heute?
00:30:51: Ja ich würde sagen da gibt es verschiedene Anknüpfungspunkte, was man könnte sagen es ist von Beteutung.
00:30:56: Also als erstes würde ich glaube sagen dass die lieblichen Eltern ... in einer sehr schwierigen Situation waren.
00:31:02: Ich weiss gar nicht, ob ich das genug betont habe.
00:31:04: Ich glaube es war gar nicht so ein Thema.
00:31:05: Sie waren der Regelarmut zu betroffen und zwar über den ganzen Zeitraum also wirklich eine sehr präkeure Situation in einer vulneraberen Lebenssituation.
00:31:14: Klar natürlich nach der Geburt.
00:31:15: Das haben wir schon etwas darüber geredet oder wenn die Form und Schaftbehörde direkt am Spitalberg standen sind aber eben auch insgesamt.
00:31:22: Und eigentlich das Bewusstsein was es heisst, sondern Schwierigen, die in einer Lebenssituation waren, ist damals eigentlich nicht gegeben.
00:31:30: Und heute gibt es das natürlich auch in ganz verschiedenen Fällen – da kann man auch das Thema Flucht, Migration ... Da kann man fast jede Situation im Psychi anschauen, dass Menschen einfach in sehr schwierigen Wohnen- und Lebenssituations sind, wo man eine sehr hohe Verantwortung hat als Sozialarbeiterin gerecht werden muss, sei es mit einer sensiblen Gesprächsführung.
00:31:52: Aber auch nicht nur, dass man will, wie kann man das wirklich unterstützen?
00:31:55: Wie kann man auch einbeziehen?
00:31:57: Was gibt es für Möglichkeiten von Partizipationen?
00:31:59: Für die betreffenden Menschen aber eben auch von Kindern, wo wir zum Beispiel jetzt natürlich stärker einbeziehen wollen.
00:32:06: Und das ist etwas, was gar nicht gemacht wurde und ich finde, kann man sehr gut auf ganz unterschiedliche andere Felder übertragen.
00:32:16: Wir haben am Anfang erwähnt, dass Susanne Bussinger Teil eines Forschungsteams ist.
00:32:23: Das Projekt Inlandsadoption in der Schweiz durchgeführt hat.
00:32:27: Gleitet wurde ist das Projekt von Thomas Gabriel.
00:32:30: Er ist Leiter des Instituts für Kindheit, Jugend und Familie bei uns am Departement Soziale Arbeit.
00:32:36: Weitere Mitarbeitende waren Samuel Keller, Adrian Seitz und Lukas Fritz.
00:32:41: Sie sind alle von der ZHAW.
00:32:42: Das stellvertretende Projektleiterin hat Nicolette Seidler fungiert.
00:32:47: Sie ist langjährige wissenschaftliche Mitarbeiterin bei PACH.
00:32:51: Pflege- und Adoptivkinder Schweiz.
00:32:53: Das ist ein Anlauf der Beratungsstelle für Betroffene, das werden wir nicht
00:32:56: unterschlagen.".
00:32:58: Da haben ganz viele Leute mitgemacht, wie das so oft ist bei Forschungsprojekten.
00:33:01: Also auch wahrscheinlich ein grosser Dank an sie?
00:33:03: Genau!
00:33:04: Ich finde es wichtig, dass du zum Schluss noch wohnst.
00:33:06: Wir waren ein grosses Forschungsting.
00:33:08: Was mir persönlich auch sehr wichtig ist am Schluss zu sagen, ist einfach einen Dank an die Betroffenen, die mitgemachten sind – also die betroffene adoptierten Menschen und die lieblichen Eltern von Adoptionen.
00:33:18: Wir hätten das Forschungs-Projekt nicht durchgeführt ohne die Sichtweise der Betroffenin, die ... Die Mutter gefunden hat mit uns ihre Lebensgeschichte.
00:33:27: Das bin ich noch wichtig, am Schluss zu sagen.
00:33:29: Da habt ihr doch einige Mut dazu gehört damit zu machen?
00:33:33: Genau!
00:33:34: Das Buch Ungewalt Fragezeichen, wenn ich gesagt habe... Mit den ganzen Vorstecksergebnissen kann man als kostenloses E-Book auf der Seite des Kronos abladen.
00:33:43: Das verlinken wir alles in den Schaunots.
00:33:46: Und auch noch weitere Informationen.
00:33:49: Wir haben ja ein oder andere Antipp, aber nicht tief gehen können und so.
00:33:54: Zum Schluss noch die Frage – Wem empfiehst du das Buch zu lesen?
00:33:58: Ja also eine gute Frage!
00:33:59: Also sicher wenn man historisch interessiert ist und sich für das Thema Adoption interessiert, aber ich würde sagen nicht nur.
00:34:04: Auch wenn wir sich auf das Thema Mütterschaft, Elternschaft, wenn sich Familienbilder verändern, wie hat sich Vorstellung von Eltern- schaft verändert, ist sehr viel davon auch interessant.
00:34:13: Es zeigt auch eine Geschichte von der ledigen Mütterschaft.
00:34:16: Wenn man sich für das interessiert, wie es vielleicht verändert hat oder auch auf ein Thema Fürsorge und Zwang angesprochen ist, wie das subtil eewirkt, dann ist das Buch sicher gut geeignet.
00:34:26: Gut!
00:34:27: Dann hoffe ich, dass sich einige an diese Lektüre machen und mich entwarnen kann – es ist nicht ... wissenschaftlich so kompliziert geschrieben, dass man es nicht versteht.
00:34:36: Sondern es ist auch sehr schön flüssig geschrieben.
00:34:38: Das habe ich auch sehr geschätzt bei dem Ganzen und kann sich einzelne Kapitel herausgreifen.
00:34:42: zu den Aspekten vielleicht interessiert einem zum Beispiel mehr die Lebensgeschichten von diesen drei Personen oder die er so verdichtet dann erzählt hat.
00:34:50: Die habe ich wirklich sehr berührend gefunden und man kann sehr gut nachvollziehen was sie nicht zum Teil der Menschen waren.
00:34:59: Ich danke allen euch fürs Zulassen!
00:35:02: Und wenn ihr mehr über Forschung und Praxis der sozialen Arbeit erfahren möchtet, dann abonniert ihr am besten den Podcast.
00:35:09: Und wir haben auch einen Newsletter durch deinen Erfahrungen.
00:35:11: Auch immer noch mehr sind ihr auf dem Laufenden!
00:35:14: Und falls ihr ein Thema aus der soziale Arbeit habt, das euch besonders interessiert und ihr wünscht, dass jemand von uns vom Departement Soziale Arbeit, wir haben ganz viel Expertise an unserem Departament, dass irgendjemand dort Auskunft gibt, dann schreibt uns doch ein E-Mail an folgende Adresse Kommunikation.sozialearbeitetzw.ch.
00:35:36: Auch das tu ich wieder in die Schule.
00:35:38: Bis zum nächsten Mal!
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